Schutz vor Immobilienbetrug

Verdacht melden

Vorkassenbetrug mit Privatunterkünften

Die Vorabkautions-Betrugsmasche ist eine der am häufigsten vorkommenden Tricks, um Mietinteressenten um ihr Geld zu bringen. Eine neue Variante des Tricks ist der Vorkassenbetrug mit Privatunterkünften. Im Grunde bleibt die Masche die Gleiche: Der vermeintliche Eigentümer weilt angeblich im Ausland und schlägt dem Interessenten vor, den Schlüssel für die Besichtigung per Post zu schicken. Dafür will er als Sicherheit eine Vorabkaution. Die neue Variante ist allerdings etwas raffinierter, da sie gezielt darauf abzielt, den Interessenten in Sicherheit zu wiegen. Dazu bedienen sich die Betrüger eines Zwischenschritts, der dieses Vertrauen schaffen soll.

Vorkassenbetrug bei Vermietung auf Zeit

Der Vorkassenbetrug mit Privatunterkünften wird bevorzugt bei Objekten angewandt, die nur auf Zeit vermietet werden sollen oder auch für WG-Zimmer. Dabei inserieren die Betrüger auffallend günstige Fake-Angebote auf Immobilienportalen. Meldet sich der Interessent, teilt der angebliche Vermieter mit, die Abwicklung würde über andere Plattformen, die auf private Kurzzeitvermietungen oder WG-Zimmer spezialisiert sind, laufen – zum Beispiel airbnb oder Roomlala. Gefordert wird dann vorab entweder die Miete für den Kurzzeitaufenthalt oder bei WG-Zimmern eine Kaution.  Die Betrüger versendenzum Beispiel auch gefälschte Passkopien sowie E-Mails, die professionell den Auftritt einer Vermietungs-Plattform imitieren.

Das Gemeine daran: Anders als bei regulären Vermietungen ist es zumindest bei Kurzzeit-Unterkunftsvermietungen gang und gäbe, dass Vorkasse geleistet wird. Denn die Kunden sind ja oft Backpacker, Feriengäste oder Menschen, die nur für einen überschaubaren Zeitraum in einer fremden Stadt wohnen wollen. Bei WG-Zimmern ist Vorkasse noch vor einer Besichtigung zwar unüblich; angesichts der Wohnungsnot in vielen Städten wissen die Betrüger aber, dass sie auf rege Nachfrage hoffen dürfen.

Zwar haben Portale wie Airbnb eigene Sicherheitsvorkehrungen, um Betrugsmaschen zu verhindern – etwa, indem die Zahlungsabwicklung treuhänderisch über das jeweilige Portal erfolgen soll. Die Betrüger versuchen aber, solche Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, etwa indem die Opfer per Mail aufgefordert werden, die Vorkasse direkt an ihn zu entrichten. Bisweilen erhalten die Opfer auch Post von gefälschten E-Mail-Accounts, die die Namen der Portale wie „Airbnb“ oder „Roomlala“ in der Adresse enthalten, aber nicht von diesem Portal stammen.

Auch das Ergebnis ist bei dieser Betrugsvariante das Gleiche wie bei der klassischen Vorabkautionsmasche: Sobald der Geprellte das Geld über verschlungene Transaktionswege angewiesen hat, hört und sieht er von diesem – und von dem Betrüger – nie mehr etwas.
Trotzdem können sich Interessenten wirksam schützen, denn:

  • Kein Vermieter bietet hochwertige Wohnungen oder Zimmer zum Dumpingpreis an.
  • Seriöse Anbieter geben nicht vor, dass die Abwicklung über ein anderes Portal stattfinden soll.
  • Bei seriösen Anbietern ist die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme und Besichtigung obligatorisch.
  • Vorkasse wird bei konventionellen Vermietungen nicht gefordert. Bei Kurzzeit- und Ferienimmobilienvermietungen sollte Vorkasse gesichert, also treuhänderisch erfolgen.