Schutz vor Immobilienbetrug

Miete: Vorkasse für Besichtigung

Der Vorkassenbetrug per Vorabkaution ist inzwischen der unrühmliche Klassiker unter den Abzockmaschen im Immobilienbereich. Die Anbahnung sieht etwa so aus: 150 Quadratmeter, luxussaniert, Designer-Ausstattung, in München, für nur 600 Euro Monatsmiete plus Kaution. Das, was im Exposé offeriert wird, ist einfach zu schön, um wahr zu sein.

Billig-Angebote locken Interessenten

Solche unglaublich günstigen Angebote sollen Interessenten locken. Der vermeintliche Vermieter behauptet auf Nachfrage, er sei gerade im Ausland und eine Besichtigung deshalb derzeit nicht möglich. Doch er könne dem Interessenten gegen eine Vorabkaution den Schlüssel zwecks Besichtigung zusenden. Eine neuere Variante der Masche: Der mutmaßliche Vermieter sei bereit, zwecks Besichtigung nach Deutschland zu reisen. Er möchte aber vorab eine Kaution, damit er nicht Gefahr laufe, die Reise umsonst anzutreten. Das soll Vertrauen schaffen und Seriosität ausstrahlen.

Vorkasse gegen Schlüssel: Garantiert kein seriöses Angebot

Wer sich auf solche Angebote einlässt und das Geld auch noch über einen Transferservice wie etwa Western Union anweist, ist es garantiert los. Denn nach der Zahlungsanweisung der Vorabkaution erhält der Mietinteressent keinesfalls einen Schlüssel. Er ist einfach nur sein Geld los. Und der Mietkautionsbetrug war für den Betrüger erfolgreich. Das hessische Landeskriminalamt berichtet von Summen zwischen 500 und 1.000 Euro, die in bekannt gewordenen Fällen von Mietkautionsbetrug gezahlt wurden.

Tatsache ist: Kein Vermieter würde die oben geschilderte Luxuswohnung für den Bruchteil des üblichen Marktpreises vermieten. Unglaubliche Billig-Angebote sollten deshalb die Alarmglocken klingeln lassen, besonders dann, wenn eine Vorabkaution gezahlt werden soll.